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Die Crete Senesi und die Naturschutzgebiete des Orcia-Tals Heiße Quellen, Klöster und Lehmhügel
Wer durch diese Landschaft wandert, wird von ihren zarten Linien, der Unberührtheit und der einfachen Schönheit verzaubert. Nach wenigen Kilometern entlang der Cassia südlich von Siena beginnt das endlose mondartige Hügelmeer der Crete Senesi, das den Blick bis zum Monte Amiata eröffnet. Auf unseren Wanderungen über die Lehmhügel, deren Erosionsformen - Calanchi, Balze und Biancane genannt - das Landschaftsbild dieser Gegend prägen, begegnen wir kleinen Dörfern, Klöstern und romanischen Kirchen. Neben dem Parco Artistico, Naturale e Culturale della Val d'Orcia existieren die beiden interessanten Naturschutzgebiete Pietraporciana (prächtiger Buchenwald) und Lucciola Bella, das inmitten der Biancane liegt.
Begleitet von Zypressen und Pinien gelangen wir zu mittelalterlichen, befestigten Ortschaften und zur Abbazia di Monte Oliveto Maggiore, einem eindrucksvollen Klosterkomplex mit dem berühmten Freskenzyklus aus dem Leben des hl. Benedikt von Luca Signorelli und von Sodoma, letzterer ein genialer Piemonteser Künstler der ersten Hälfte des 16. Jhs.
Nicht weit von hier liegt hoch über dem Tal Montalcino, wo die Verkostung eines der meist geschätzten Weine, des Brunello, unausweichlich ist. Der angenehme Weg zur nahegelegenen Abbazia di Sant'Antimo ermöglicht den Besuch der wohl schönsten romanischen Landkirche (12 Jh.) der Toskana, die in eine sanfte Hügellandschaft mit Olivenbäumen und Zypressen eingebettet ist.
San Quirico d'Orcia, eine Kleinstadt etruskischen Ursprungs, hat ihren mittelalterlichen Charakter bewahrt. Die Collegiata ist ein prächtiges Beispiel romanisch-gotischer Kirchenbaukunst des 12 Jhs., interessant auch die Befestigungsmauer und die Orti Leonini, gut erhaltener italienischer Garten.
Bagno Vignoni erscheint wie ein zeitloser Ort, die magische Piazza, die aus deinem riesigen Thermalbecken besteht und die hochsteigenden heißen Dämpfen schaffen eine surreale Atmosphäre. Das Baden in der Vasca di Santa Caterina ist schon seit langem nicht mehr erlaubt. Das heiße Vergnügen im überwiegend kalkhaltigen Wasser (45° C) kann man im Becken des Hotels nachvollziehen, von dem aus man während des Bades einen guten Blick auf die Burg von Rocca d'Orcia genießen kann.
Von hier geht der Weg durch das Orcia-Tal nach Pienza, außergewöhnliches Beispiel von Stadtplanung in der Renaissance, kleine und einzige Città Ideale. Pienza wurde nach den architektonischen und städtebaulichen Plänen des Architekten Bernardo Rossellino gestaltet, die ihrerseits den politisch-philosophischen Idealen von Papst Pius II. folgten, der von einer Stadt als Spiegelbild eines ganz bestimmten Lebensmodells und von einer 'idealen' Regierung auf Erden träumte. Vom Dom und vom Palazzo Piccolomini, die auf das Orcia-Tal blicken, hat man eine großartige Aussicht auf die Crete bis zum Monte Amiata.
Ungefahr 1 km von Pienza entfernt liegt die romanische Pieve di Corsignano, deren Bau zwischen dem VII. und X. Jh. angesiedelt wird. Ein anderer Weg führt uns zum ebenfalls nicht weit entfernten Kloster Sant'Anna in Camprena aus dem 14 Jh., in dem wir einen um 1503-1504 datierbaren Freskenzyklus des Sodoma besichtigen können.
Weitere Sehenswürdigkeiten: das Schloss von Ripa d'Orcia mit Blick auf die Schlucht der Orcia; die Villa la Foce; das strenge Monticchiello mit massiver Befestigungsmauer, einem Bergfried, der Kirche der Heiligen Leonardo und Cristoforo sowie dem interessanten 'Teatro Povero'; Montepulciano; das Thermalzentrum Chianciano; Asciano im Herzen der Crete; San Giovanni d'Asso und seine duftende Such- und Speisetradition der Trüffel; die Bergbau-Region Murlo mit ihrem Etrusker-Museum.
Önogastronomie: weiße Trüffel mit ihrerm delikaten Geschmack; Pici, hausgemachte sienesische Spaghetti aus Mehl und Wasser; Brunello di Montalcino Docg; Orcia Doc; Nobile di Montepulciano; Chianti Colli senesi; Olio Extravergine d'Oliva Dop; Pecorino Dop der Crete Senesi; Cinta senese, eine alte, bodenständige Schweinerasse.
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